Kaffee

Coffee Circle Yirgacheffe

5/5 Redaktionsbewertung
MittelÄthiopien, Guji-Region (Yirgacheffe)Gewaschen (Washed)
KaffeeÄthiopienSingle Origin

Herkunft & Rösterei des Coffee Circle Yirgacheffe

Der Yirgacheffe von Coffee Circle stammt aus der Guji-Region im Süden Äthiopiens, unweit der bekannteren Nachbarregion Sidamo, und wächst auf rund 2.050 Metern Höhe in schattigen Waldgärten. Angebaut wird er von etwa 789 Kleinbauern und -bäuerinnen, die auf der Tero Farm ohne chemische Düngemittel oder Pestizide arbeiten – die Ernte fällt in die Monate November bis Januar. Die Bio-Zertifizierung nach DE-ÖKO-001 bestätigt diesen Anbau ohne Chemieeinsatz.

Coffee Circle wurde 2010 in Berlin von Martin Elwert, Moritz Waldstein-Wartenberg und Robert Rudnick gegründet und verfolgt seither ein Direct-Trade-Modell: Der Einkauf erfolgt ohne Zwischenhändler, mit direktem Kontakt zu den Farmern und auf mehrjährige Zusammenarbeit ausgelegt, um beiden Seiten Planungssicherheit zu geben. Mit jedem verkauften Kilogramm Kaffee fließt außerdem ein Euro in Trinkwasser-, Bildungs- und Gesundheitsprojekte in den Anbauregionen – nach eigenen Angaben sind so seit der Gründung über vier Millionen Euro in Projekte in Äthiopien und der DR Kongo geflossen. Seit 2016 ist das Unternehmen zudem als B Corporation zertifiziert, ein Nachweis für soziale und ökologische Unternehmensstandards.

Ursprünglich war Coffee Circle neun Jahre lang ein reiner Online-Kaffeehändler; 2019 eröffnete das Unternehmen mit einem Café im Berliner Wedding erstmals einen eigenen physischen Standort und erweiterte sein Geschäft um ein B2B-Segment für Firmenkunden. Zum Nachhaltigkeitsanspruch gehören außerdem industriell kompostierbare Kaffeekapseln nach DIN EN 13432 sowie ein klimaneutraler, mit kompensiertem Flugtransport organisierter Versand. Preislich bewegt sich das Sortiment im mittleren Specialty-Segment, mit einer Spanne von etwa 9,90 bis 15,90 Euro pro 250-Gramm-Packung.

Verkostung des Coffee Circle Yirgacheffe

In der Tasse zeigt sich der Yirgacheffe fruchtig-blumig, mit einer deutlichen Vanillenote und reifen Beerenaromen, insbesondere Brombeere. Die für gewaschene äthiopische Kaffees typische, klare Säure ist präsent, aber durch die mittlere Röstung angenehm eingebunden und wirkt nie spitz oder aufdringlich. Der Körper bleibt vergleichsweise leicht und teeartig-klar – ein direktes Resultat des gewaschenen Aufbereitungsverfahrens, bei dem das Fruchtfleisch vor der Trocknung entfernt wird und die Bohne dadurch eine besonders saubere, helle Tasse ergibt. Bitterkeit spielt praktisch keine Rolle; stattdessen dominiert eine anhaltende, süßlich-fruchtige Note bis in den Abgang.

Steckbrief Coffee Circle Yirgacheffe:

Röstgrad: Mittel
Anbauregion: Guji-Region, Äthiopien, ca. 2.050 m Höhe
Aufbereitung: Gewaschen (Washed)
Röster: Coffee Circle, Berlin (gegründet 2010)

Anbau & Verarbeitung im Detail: Waldgärten und Handarbeit

Die Kaffeekirschen wachsen im Schatten größerer Bäume in traditionell bewirtschafteten Waldgärten – ein Anbausystem, das in Äthiopien, dem Ursprungsland der Kaffeepflanze, seit Generationen praktiziert wird und ganz ohne synthetische Düngemittel auskommt. Nach der Ernte werden die Kirschen gewaschen aufbereitet: Das Fruchtfleisch wird maschinell entfernt, die Bohnen anschließend fermentiert, gewaschen und danach langsam getrocknet. Dieses Verfahren entfernt den Großteil der zuckerhaltigen Fruchtschicht vor der Trocknung und sorgt so für die charakteristische Klarheit und Sauberkeit im Geschmacksbild, für die gewaschene äthiopische Kaffees – und Yirgacheffe im Besonderen – bekannt sind. Die rund 789 beteiligten Kleinbauern liefern ihre Ernte in der Regel an eine gemeinsame Waschstation, bevor der Rohkaffee den Weg über den Exporteur zu Coffee Circle nach Berlin findet, wo er geröstet wird.

Der Name Yirgacheffe bezeichnet dabei nicht nur eine Kaffeesorte, sondern in erster Linie eine Stadt und einen Verwaltungsbezirk (Woreda) in der Gedeo-Zone im Süden Äthiopiens – eine der historisch bekanntesten Anbauregionen des Landes und damit auch eine der Herkunftsbezeichnungen, die in der Specialty-Coffee-Szene weltweit am häufigsten mit blumigen, gewaschenen äthiopischen Kaffees in Verbindung gebracht wird. Äthiopien gilt zudem allgemein als Ursprungsland der Kaffeepflanze (Coffea arabica), die dort ursprünglich wild in den Hochlandwäldern wuchs, bevor sie sich von dort aus über die arabische Halbinsel in den Rest der Welt verbreitete.

Zubereitungsempfehlung für den Coffee Circle Yirgacheffe

  • Hario V60: Die klare, präzise Extraktion des V60-Handfilters passt hervorragend zu diesem Kaffee – die feinen Frucht- und Vanillenoten kommen ungefiltert durch Papierfilter und niedrige Kontaktzeit besonders deutlich zur Geltung. Mehr dazu in unserer Hario V60 Zubereitungsanleitung.
  • AeroPress: Auch mit der AeroPress lässt sich der Yirgacheffe sauber und ausgewogen zubereiten, wenn auf eine kürzere Ziehzeit und ein eher feines Mahlwerk geachtet wird. Details dazu im AeroPress-Steckbrief.

Wie sich diese Bohne konkret im Zusammenspiel mit dem Hario V60 schlägt, zeigt unser ausführlicher Kombinationstest: Coffee Circle Yirgacheffe & Hario V60 (5/5). Im Vergleich zu kräftigeren, körperreicheren Kenia-Kaffees wie der The Barn Gatomboya AA bleibt der Yirgacheffe insgesamt leichter und blumiger – eine gute Wahl für alle, die einen eleganten, klaren Filterkaffee statt eines kräftigen, körperbetonten Kaffees suchen.

Geschmacksprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der eigenen Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Kaffees bzw. Methoden.

Säure4/5
Körper2/5
Bitterkeit1/5
Süße4/5

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